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Thema

Cuba bedeutet Garten und ist als solcher einzigartig, schon allein was seine Bewohner betrifft, da er mit der Entdeckung vom amerikanischen Kontinent zu dessen Vorposten wurde und somit zum Treffpunkt vieler Ethnien und Kulturen. Außerdem liegt dieser Garten zwischen drei Meeren, wodurch er auch zum Treffpunkt von Naturkräften wird, was sowohl in extremen Stürmen und Temperaturen als auch in einer außergewöhnlichen Licht- und Farbintensität zum Ausdruck kommt. Seltsamerweise wurden letztere von seinen Künstlern, insbesondere den Landschaftsmalern, Jahrhunderte lang ignoriert, was vermutlich daher kam, dass ihre Klienten, die Oligarchie, nur an europäischen Stilen des 17. und 18. Jahrhunderts und an Darstellungen der Natur aus kolonialer Sicht interessiert waren.
Diese "Eintönigkeit" wurde sowohl in den 20er als auch in den 50er Jahren unterbrochen (siehe Katalog 1 >Thema<), verschwand jedoch erst mit der herrschenden Klasse und als der Enthusiasmus der Revolution auch auf die Kunst übergriff und diese sozusagen in einem neuen Licht erscheinen ließ. Dazu gesellten sich dann die Bildsprachen der ebenfalls freigesetzten afrokubanischen Kulte, namhaft die der Santería (>Notizen<), welche als Naturreligionen neben ihren spirituellen Aspekten auch ein neues Bezugsverhältnis zur Natur einbrachten. Und es war die Interaktivität dieser Kräfte, welche die Entwicklung der gegenwärtigen kubanischen Kunst bestimmte.
Ebenso wie in Katalog 1 werden wir Ihnen auch in diesem hier die Gründergenerationen präsentieren und beginnen daher mit Mendive, Fonseca und Benítez, den Protagonisten der spirituellen, naturellen und sozialen Aspekte.
Pedro Pablo Oliva gelang es schon in den 70er Jahren diese zu vereinen und wurde, auch wegen seiner Virtuosität, zum Vorbild für die folgenden (Schul)generationen.
Mit Julia Valdés stellen wir Ihnen die erste Kubanerin vor die sich dem abstrakten Expressionismus gewidmet hat, und mit Carlos Trillo einen Maler der diesen seit Beginn der 60er Jahre mit immer neuen Materialien bereichert.
Ulises Bretaña sucht mit dem ihm eigentümlichen naiven Surrealismus die Missverhältnisse zwischen Mensch und Natur darzustellen, während Cosme Proenza die Landschaften Kubas mit denen seiner mystisch romantischen Träume verwebt.